Gasanlage 2
Das Jahr 2010 war ein Jahr zum Testen und Erfahrungen sammeln, mein Audi S6 Plus hat in dieser Zeit wirklich sehr gute Dienste geleistet. Nach dem die Zylinderköpfe überholt und für eine optimale Leistungsausbeute ausgelegt waren, hat alles einwandfrei funktioniert. Auch extreme Belastungen stellten keine Probleme da. Endgeschwindigkeiten und somit auch hohe Drehzahlen wurden problemlos bewältigt, genau so verhielt es sich mit den Kaltstarteigenschaften im Sommer und Winter. Die Starttemperatur betrug ca. +20°.
Doch leider erlitt mein Fahrzeug Anfang des Jahres einen Unfall. So das ein neues Fahrzeug aufgebaut werden muss. Da mir der S6 Plus sehr gut gefallen hat, habe ich mich auch wieder für dieses sehr seltene und schöne Modell entschieden.
Das neue Fahrzeug soll dann von Anfang an monovalent im LPG Betrieb laufen.
Ich beabsichtige den Kraftstofftank zu entfernen und an dessen Stelle einen weiteren Gastank zu installieren.
Da sich der große Tank im Kofferraum sowohl positiv als auch negativ bemerkbar gemacht hat muss ich noch prüfen in wieweit die negativen Eigenschaften beseitigt werden können.
Die KME Gasanlage hat insgesamt so wie sie eingebaut wurde, sehr gut zu meinem Motor gepasst. Die doppel Verdampferanlage bot für jeder Situation genügend Gas so das hohe Motordrehzahlen zu keinem Zeitpunkt ein Problem darstellten. Aufgrund der Einbauorte der Gasdüsen konnten die jeweiligen Gasmengen und die Einströmzeiten sehr genau bestimmt werden.
 
Die deutlich größere Auslegung der Gasanlage hatte auch ihren Grund. Denn der Motor befand sich in der ersten Ausbaustufe die im Grunde als Basis für eine Leistungssteigerung dienen sollte. Das erste Jahr diente zuerst einmal der Erprobung, wie das Konzept Motor und Gasanlage zusammen passen und wie betriebssicher diese Anlage unter allen Bedingungen funktioniert.
Mit dem Neuaufbau habe ich mir weitere Ziele gesetzt die ich nun auch erreichen möchte.
 
Kaltstart fähig  ist +20°                           soll -20°
Motordrehzahl ist max 7000 U/min      soll max 8000 U/min
Durchschnittsverbauch ist ca. 15,5L       soll 13,0 Gas
Reichweite bis  700km                            soll bis 1000 km
Leistung ist 239 KW / 326 PS                  soll  294KW / 400 PS
Hier noch die Serien Daten des Motors
 

MKB                                         AHK
Fertigung                          ab   03.96
Leistung/KW                          240/6500
Drehmoment                         400/3500
Bohrung Ømm                         84,5
Hub mm                                  93,0
Verdichtung                            11,6
Steuerzeiten
Eö n OT                                      7°         Eö v OT
22°         
Es n UT                                    46°         Es n UT 66° 
Aö v UT                                    31°         Aö v UT 66°
As v OT                                      2°         As n OT 22°

 
Die Daten und Bilder der neu hergestellten Nockenwellen folgen noch
 
Und hier ein Bild des Serienkolbens:
 
                                                                   
 
Um diese Leistung zu erreichen wurden eigens für diesen Motor spezielle Nockenwellen hergestellt, die eine Realisierung dieser Leistung mit unterstützen.
1
 
Zur feineren Abstimmung der Einlassnockenwellen, werden hier einstellbare Kettenräder verwendet. Auf dem Bild sind diese nicht zu sehen
 
2
 
Diese Bild zeigt links die geänderte Einlassnockenwelle.....
 
3
 
... und hier ist links die Serien und rechts die geänderte Auslassnockenwelle zu sehen. Zu erkennen ist das die Rundungen der Nockenwellenspitzen der neuen Nockenwellen deutlich runder sind und somit die Ventile deutlich länger geöffent bleiben. Dieser Effekt hat den Vorteil das die Luft mehr Zeit zum einströhmen bzw zum Ausströhmen hat als in der Serie. Mehr Ansaugluft bedeutet im Grunde auch  mehr Leistung.  Diese Wellen werde ich nach der Erprobung auch in meinem Shop anbieten.
 
 
Da Gas nun deutlich sauberer verbrennt als Benzin, behaute ich einfach mal das es eine saubere Leistungssteigerung sein wird. Hinzu kommen belastungsfähigere Katalysatoren als die die in der Serie verbaut wurden. Die Metallkatalysatoren die ich verwenden möchte stammen auch aus dem Audi Baukasten. Da die Abgastemperaturen im Gasbetrieb auch aufgrund des fehlenden Kühleffektes vom Benzin noch einmal etwas höher sind, sollen diese durch verschieden Maßnahmen wieder gesenkt werden.
 
Es sind noch viele Herausforderungen zu lösen bis das neue Fahrzeug fertig ist. Diese beginnen im groben in der Ölwanne und enden im Ventildeckel.
Auf einzelne techniche Lösungen und Ideen möchte ich hier nicht eingehen. Zumindest jetzt noch nicht.
 
Viele werden sich bestimmt die Frage stellen warum macht er das was bringt das?
An erster Stelle steht ganz klar der Spaß so etwas zu bauen.
An zweiter Stelle steht der Nutzen der gewonnen Erfahrungen, sie werden in Zukunft für den normalen oder auch extremeren Gasanlageneinbau je nach Kundenwunsch von Vorteil sein. Ggf. könnten die Erkenntnisse auch für den Motorsport interessant sein.
 
Ich freue mich jeden falls auf die Herausforderungen und hoffe dass mir dieses Projekt im vollen Umfang gelingen wird.  




Parse Time: 0.816s